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Wehr Dich

Sich stark machen

"Niemand ist selber schuld, wenn er gemobbt wird. Keiner hat das
Auch an Schulen ist Mobbing ein Problem
Recht dazu, Euch  anzumachen oder anzufassen – egal, wie Ihr ausseht oder Euch verhaltet.“
Ulrike Maaß macht klare Ansagen. Muss sie auch, schließlich geht es um das Thema Selbstbehauptung. Vor ihr sitzen Schülerinnen
der Findorff-Realschule. Unter dem Motto „Wehr dich“ nehmen sie an einem Training zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung teil.

Das Trainingsprogramm ist Pflicht für alle siebten Klassen der Schule. Maaß hat es zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Rotenburg,
Marianne Schmidt, entwickelt. Ermöglicht wird das Selbstbehauptungstraining mit Unterstützung unter anderem der Sparkasse, des Jugendamtes,
des Lions- Clubs und des Kinderschutzbundes.


Nach den Worten von Beratungslehrerin Gerlinde Kammann ist es das dritte Mal, dass Ulrike Maaß mit den Realschülern arbeitet.
Mädchen und Jungen nehmen getrennt an dem Trainingsprogramm teil. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Jugendlichen getrennt nach Geschlechtern
„unterschiedliche Probleme ansprechen“, erläutert Ulrike Maaß. Abzocke und Pöbeleien beträfen eher die Jungen.
Typische Mädchen-Themen seien zum Beispiel „Zicken-Alarm“ oder „Wie wichtig ist es, wie ich aussehe?“

„Ziel ist es, dass jeder, der hier rausgeht, weiß, was es heißt, sich selbst zu behaupten“, erläutert Maaß.
Die Trainerin für Selbstbehauptung und Selbstverteidigung ist seit 24 Jahren im Kampfsport aktiv, hat einen eigenen Kararteverein in Verden und ist Europameisterin
im Shotokan-Karate.

Das „Wehr-dich“-Programm umfasst vier Trainingseinheiten. Die Jugendlichen sollen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt werden.
Sie trainieren Stimme, Körperhaltung und Selbstverteidigungstechniken. Der Kurs könne „keine Wunder“ bewirken, wohl aber Denkanstöße geben, ist Maaß überzeugt.
In Gesprächen, Rollenspielen,Wahrnehmungs- und Reflexionsübungen lernen die Jugendlichen selbstsicher aufzutreten, die eigenen Fähigkeiten zu erkennen und
glaubhaft „Nein“ zu sagen.

„Wie wirkt jemand, der immer auf den Boden guckt und permanent Blickkontakt mit anderen scheut“, fragt Maaß in die Runde.
"Sich stark machen, kein Opfer sein“ sind weitere wichtige Aspekte des Programms.

Wenn Ulrike Maaß mit den Schülern arbeitet, müssen die Lehrer „draußen bleiben“. Auf diese Weise soll den Jugendlichen die Scheu genommen werden,
sich offen zu äußern. „Sie verhalten sich anders, wenn Lehrer dabei sind“, ist Gerlinde Kammann überzeugt. Weil es bei „Wehr dich“ keine Noten gibt, seien die Schüler „viel freier“ in
ihren Äußerungen, betont auch Ulrike Maaß.

Weitere Informationen zu „Wehr dich“ gibt es beim Landkreis Rotenburg unter Telefon 04261/752140.

Mit freundlicher Genehmigung der Bremervörder Zeitung durch Frauke Siems